Neuigkeiten

Neuer Befähigungskurs für Sterbebegleitung

Der Hospizverein Lüchow-Dannenberg e.V. veranstaltet in diesem Jahr wieder einen Vorbereitungskurs für ambulante Sterbebegleitung im Rahmen der Hospizbewegung. Seminarleiterin ist Hannah Köppen aus Lüneburg (Koordinatorin, Soziale Fachkraft für Palliativ Care und zertifizierte Trainerin für Hospizhelfer), mit jahrelanger Erfahrung in der Hospizarbeit.

Im Kurs (gemäß Richtlinien des DHPV) geht es um Wahrnehmung und Kommunikation in den Bereichen Sterben und Tod, Abschied und Neubeginn sowie Spiritualität und andere Kraftquellen. Das Wissen von Krankheitsbildern wie Krebs und Demenz gehört selbstverständlich dazu. Die theoretischen Schulungsinhalte werden durch anschauliche und praktische Übungen vertieft. Die Teilnehmer lernen, dass Sterben ein Reifeprozeß ist, der sie selbst miteinschließt. Dabei wird auf das Verhältnis von Nähe und Distanz besonders geachtet. Ziel der Schulung soll sein, eine Haltung zu entwickeln, welche die Begleiter letztlich befähigen kann, andere zu halten. Bei allen Begleitungen bringen die Ehrenamtlichen ihr größtes Potential mit ein: den Luxus ZEIT!

Der Befähigungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter umfasst ca. 80 Stunden und schließt eine anschließende Praktikumsphase mit ein. Die 3-stündigen Kurseinheiten finden berufsbegleitend insgesamt an 18 Montagen (außer in den Schulferien) jeweils von 18:00 bis 21.00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Allerlüd in Lüchow. 

Informationen und Anmeldung.

Monatliche Sprechstunde in der Capio-Klinik Dannenberg

Zusätzlich zu den regelmäßigen Sprechzeiten im Hospizbüro, Develangring 71 in Dannenberg, jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 9-12 Uhr, findet in der Capio-Klinik eine Sprechstunde jeden 1. Freitag im Monat statt, von 14-16 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich.

Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Hospizvereins Lüchow-Dannenberg e.V.

20jähriges Jubiläum des Hospizvereins

Am 22. Juni 2019 feierte der Hospizverein Lüchow-Dannenberg sein 20jähriges Jubliäum. Das "Oktogon" in Hitzacker, eine ehemaligen katholische Kirche, die jetzt als Kunsthalle genutzt wird, bildete den angemessenen feierlich-sakralen Rahmen für die Veranstaltung, zu der neben den Festreden und der Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder auch eine Pantomime-Vorstellung gehörte.

Vorstandsvorsitzende Ulla Nosko zog in ihrer Begrüßungsansprache Bilanz: Seit Gründung des Hospizvereins 1999 wurden mehr als 400 Sterbebegleitungen durchgeführt. Der Verein zählt zur Zeit 202 Mitglieder, darunter 26 ehrenamtlich tätige, speziell ausgebildete Sterbebegleiter. Seit 2003 wurden durch Frau Inge Matern aus Celle weit über 150 Menschen im Landkreis ausgebildet. Besonders betonte sie die Aufklärungsarbeit des Hospizvereins zum Thema Tod und Sterben in den Schulen unter dem Motto "Hospiz macht Schule".

In seinem Grußwort wies der Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg, Jürgen Schulz auf die in der modernen Gesellschaft immer noch bestehende "Tabuisierung" von Sterben und Tod hin, die durch den Hospizverein erfolgreich aufgebrochen werde.

Ähnlich positiv und aus einer christlichen Perspektive heraus bewertete Superindendent Stephan Wichert-von Holten von der Probstei des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg die Arbeit des Hospizvereins. Für ihn steht fest: "Segen heißt, dass ein Mensch Freiheit spürt bis ganz zuletzt."

Unter großem Beifall folgte die Ehrung der langjährigen Mitglieder: Gunna Bittroff, Wolfgang Vogt, Liese Schmidt, Ingrid Goebel, Sabine Voeth und Ingrid-Barbara Weßling. Anschließend wurden auch alle weiteren anwesenden ehrenamtlichen Mitglieder mit einer Rose bedacht und für das Engagement im Verein gedankt.

Horst Klappstein - ebenfalls ein Hospizvereinsmitglied seit der ersten Stunde - bot einen Abriss der Geschichte der Hospizbewegung im In- und Ausland und stellte für Deutschland fest: "Wir müssen uns als Spätzünder begreifen". Allerdings hat das auch gute Gründe: Gerade in Deutschland, so Klappstein, seien aufgrund der nationalsozialistischen Vorgeschichte mit ihren Euthanasieverbrechen große Vorbehalte zu überwinden gewesen. Schon die unglücklich gewählte deutsche Übersetzung "Sterbeklinik" für das erste Hospiz 1967 "St. Christoper's Hospice" in Großbritannien, das als Beginn der Hospizbewegung gilt, suggerierte einen Ort, wohin Sterbende ohne fachkundige Pflege, ohne Zuwendung, hilflos und allein abgeschoben werden. Die Hospizbewegung jedoch stellt ganz im Gegenteil den sterbenden Menschen und seine berechtigten Bedürfnisse nach einem humanen, würdevollen, angst- und schmerzfreien Tod sowie die emphatische Unterstützung der Angehörigen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Klappstein betonte in seiner Rede besonders die enge und gute Zusammenarbeit des Hospizvereins mit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) sowie mit dem Onkologischen Netzwerk Lüchow-Dannenberg.

Der krönende Abschluss der Veranstaltung war die Pantomime-Aufführung von Christoph Gilsbach "Das Leben! Eine lebendige Begegnung mit dem Tod", eine einstündige eindrucksvolle Performance, bei der die einzelnen Lebensstufen und ihr je eigenes Verhältnis zum Tod ganz ohne Worte, nur durch Mimik und Körpersprache dargestellt wurden. Die einzelnen Szenen waren teils amüsant - das affektierte Haarebürsten und Herumstaksen in High-Heels in der Szene "Jung und Schön" -, teils sehr beklemmend - der "Held" in Gestalt eines Soldaten, der sich erst in der Munitionskammer bis an die Zähne bewaffnet, um dann erst mit dem Gewehr aufs Publikum zu zielen und schließlich seinen Kameraden vom Schlachtfeld zu schleifen -, teils überaus anrührend, wenn ein totes Kind beweint und dem Tod sanft in die Arme gelegt wird. Bei all diesen Lebensstufen, von der Kindheit bis zum Alter, sitzt der Tod, eine vermummte gesichtslose Gestalt, immer mit auf der Bühne, er ist das ganze Leben lang, anwesend, aber erst in der letzten Szene "Akzeptieren - Die Weisheit" wird er wie ein guter alter Bekannter begrüßt. Für die einfühlsame musikalische Begleitung der Pantomime sorgte die Musiktherapeutin Elke Martens. Gilsbach, Absolvent in klassischer Pantomime der renommierten Folkwang-Schule in Essen, der seit 15 Jahren mit diesem Stück auf Tour ist, hat es nicht nur als zeitlose Kunst, sondern auch für Trauernde konzipiert, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, sich mit ihren Gefühlen konstruktiv auseinander zu setzen.

Die Veranstaltung, zu der über 60 Gäste kamen, wurde von der hauptamtlichen Hospizverein-Koordinatorin Corinna Siebert zusammen mit dem ehrenamtlichen Vorstand geplant und organisiert.
"Ohne das jahre- und jahrzehntelange große Engagement unserer Ehrenamtlichen wäre dieses Jubiläum nicht möglich gewesen...", lautet Sieberts Fazit des gelungenen Jubliäums.



 

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